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Optimierung von Instandhaltungsstrategien mit der SAP–FMEA

Optimierung von Instandhaltungsstrategien mit der SAP–FMEA

Datum: 08.10.2015 | Kategorien: SIRIUSsap |Autor: Matthias Wobbe | Teilen:

Die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) ist eine anerkannte Methode zur systematischen Entwicklung der notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen für neue oder bestehende Anlagen. Die Vorgehensweise bei der FMEA ist standardisiert und strukturiert:

  1. Analyse der Technischen Anlagen bezüglich Wichtigkeit (Kritikalität)
  2. Modularisierung der Anlagen und Funktionsanalyse der Module
  3. Ermittlung und Bewertung möglicher Funktionsstörungen bzgl. Eintrittswahrscheinlichkeit, Konsequenzen und Entdeckung
  4. Ursachenanalyse der Funktionsstörungen
  5. Entwicklung von sinnvollen IH - Maßnahmen und IH – Strategien
  6. Implementierung der Strategien
  7. Erfolgskontrolle der Strategien


FMEA – Analysen werden derzeit in der Regel in Exceltabellen oder Stand – Alone Lösungen dokumentiert. Für Nutzer der SAP – IH – Lösung bedeutet dies, dass zumindest die Stammdaten aus dem SAP – System exportiert werden und kontinuierlich aktuell gehalten werden müssen. Der Zugriff auf alle weiteren IH - Stammdaten wie Stücklisten, Arbeits- und Wartungspläne sowie auf die operativen IH – Maßnahmen bleiben den FMEA – Analyseteams ohne vollständige Integration mit dem SAP – System verwehrt. Insbesondere der Prozess der Implementierung der Ergebnisse in die operative IH – Welt und die Erfolgskontrolle können damit systemseitig weder einfach unterstützt noch kontrolliert werden. Für die Erfolgskontrolle werden in der Regel mindestens 2 Vergleichsjahre mit Daten aus der operativen Instandhaltung in SAP – PM benötigt, wobei der Zeitpunkt der Umsetzung der neuen bzw. optimierten IH – Strategien in das SAP – System bekannt sein muss, um belegbare Informationen zu liefern. Werden dagegen die FMEA – Analysen im SAP – System dokumentiert, können die einzelnen Prozessschritte detailliert nachvollzogen werden.

Die SAP – FMEA Lösung:

Versteckt im QM – Modul enthält die SAP – ERP Lösung das FMEA – Tool, welches neben der Produkt- und Prozess – FMEA auch für die systematische Entwicklung von Instandhaltungsstrategien genutzt werden kann. Durch sinnvolle Modularisierung von Anlagen können die SAP - FMEAs als Vorlagen genutzt, kopiert und wiederverwendet werden. Im Gegensatz zu Excel- oder Access basierten Lösungen spielt SAP hier seine bekannten Vorteile wie Mehrsprachigkeit, flexibles Statusmanagement und Geschäftspartnermanagement aus. Das Erstellen von FMEAs bringt in der Regel einen großen Arbeitsaufwand mit sich. Die Möglichkeiten des Kopierens, Übersetzens und Verteilens bestehender FMEAs auf andere Systeme reduzieren den Aufwand und unterstützen die Standardisierung von Instandhaltungsprozessen über mehrere Werke und Länder. Das Customizing erlaubt eine flexible und kundenindividuelle Ausprägung der FMEA – Lösung, z.B. unterschiedliche Einstellungen zur Berechnung der Risikoprioritätszahl, der Strukturdarstellung, der Definition von Maßnahmenarten und vieles mehr. Die FMEA – Lösung enthält eine Vielzahl von Business Add Ins (BADIs), die es ermöglichen, fast alle Programmfunktionen modifikationsfrei an die jeweiligen Kundenwünsche anzupassen. Beispielhaft sei hier nur die Möglichkeit erwähnt, mittels eines BADIs beliebige Objekte zu einer Korrekturmaßnahme anzulegen. Dies könnte im Fall der Instandhaltung eine IH – Meldung, Stückliste mit Ersatzteilen, ein Arbeitsplan oder auch eine Wartungsposition sein.